
…Weil Ganztag mehr als Betreuung ist
Am 26. Mai 2026 kamen rund 70 Mitarbeitende von katholischen Trägern der (Offenen) Ganztagsbildung im Erzbistum Köln in Haus Altenberg in Odenthal zur diesjährigen Jahrestagung Bedürfnisse im Blick – weil Ganztag mehr als Betreuung ist zusammen. Unter dem Leitgedanken „Wie können wir unseren pädagogischen Ganztag so gestalten, dass alle Kinder mit ihren individuellen Bedürfnissen wahrgenommen und begleitet werden?“ kamen zahlreiche pädagogisch Tätige, Leitungen und Interessierte in den Austausch.
Während einige Kinder Rückzugsmöglichkeiten und reizärmere Umgebungen brauchen, zeigen andere durch ihr Verhalten, wie sehr sie nach stabilen Beziehungen und verlässlicher Nähe suchen. Bereits in der Einladung zur Jahrestagung war die gemeinsame Botschaft klar: „Unsere pädagogische Aufgabe ist es, jedes Kind ernst zu nehmen und in seiner Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.“ Genau diese Haltung prägte die Veranstaltung.
Workshops im Zeichen der Vielfalt kindlicher Bedürfnisse
In fünf praxisorientierten Workshops erhielten die Teilnehmenden fachliche Impulse aus der Konfrontativen Pädagogik, zu guten Rahmenbedingungen für Kinder mit kognitiven und seelischen Behinderungen, Ideen für Entspannungsimpulse mit Kindern und für Selbstfürsorge im pädagogischen Alltag.
Austausch im Markt der Möglichkeiten
Der Markt der Möglichkeiten bot Raum für Vernetzung, Inspiration und kollegialen Austausch. Kooperationspartner im Erzbistum Köln wie die Katholischen Bildungswerke und Familienbildung mit ihrer SchulTag Reihe als Qualifizierungsangebot stellten ihr Angebote vor. Fachkräfte von IN VIA Köln und KJA Düsseldorf teilten Erfahrungen aus ihrem Projekt Musikalisches Kaleidoskop und stellten OGSPlus als Digitales App-System vor. Eine Kollegin der KJA Köln gab Einblicke in deren Umwelt- und Trauerbox als Methoden- und Materialkoffer für die pädagogische Praxis.
Ein Tag voller Impulse
„Weil Ganztag mehr als Betreuung ist – dieses Motto war Titel und politisches Statement zugleich. Katholische Träger gestalten wertvolle Lern- und Lebensorte für Kinder im Ort Schule und erfüllen ihren Erziehungsauftrag,“ ist Diözesanreferentin Selina Säger überzeugt. Sie betont weiter: „Es ist schön zu sehen, wie durch unsere Jahrestagung trägerübergreifende Vernetzung entsteht und sich durch gemeinsamen Austausch neue Wege zum pädagogischen Handeln in der Ganztagsbildung entwickeln – trotz der aktuell hohen (personellen und finanziellen) Belastungen für pädagogische Teams und Träger.“
Julian Prete als Sprecher der Steuerungsgruppe fügt hinzu, dass sich das Bündnis katholische Träger der (Offenen) Ganztagsbildung auch mit Blick auf die Landtagswahlen 2027 in politischer Einflussnahme aktiv sein wird, um Entscheidungsträger*innen auf die nötigen Rahmenbedingungen für gelingende Ganztagsbildung hinzuweisen.



