Jugendhilfe & -schule
Im Erzbistum Köln wirken zahlreiche katholische Träger für (offene) Ganztagsangebote an Grundschulen und weiterführenden Schulen. Als zuständiger Bereich des Erzbistums Köln fördern wir insbesondere deren regionalen Austausch.
Ganztägige Bildung, Betreuung, Erziehung und Förderung gestalten Schule als Lern- und Lebensort. In (offenen) Ganztagsangeboten erfüllen Jugendhilfe, Schule sowie Kirche Ihren gesellschaftlichen sowie diakonischen Auftrag. Das pädagogische Handeln folgt dabei den Prinzipien eines christlichen Bildungsverständnisses und stellt das Kind in den Mittelpunkt.
Unser Wirken für Jugendhilfe & Schule als zuständiger Bereich des Erzbistums Köln:
- Wir beraten und unterstützen die Mitarbeiter/-innen der Katholischen Jugendagenturen, die katholischen Träger im Erzbistum Köln, Schulen und Pastorale Einheiten bei der Gestaltung von (offenen) Ganztagsangeboten.
- Wir setzen uns in unserer politischen Vertretungsaufgabe für angemessene Rahmenbedingungen der (offenen) Ganztagsangebote ein.
- Wir gestalten fachinhaltliche Veranstaltungen für Akteur/-innen der katholischen (offenen) Ganztagsangebote
- Wir fördern die Vernetzung und Kooperation mit der örtlichen Seelsorge und den Angeboten der Jugendpastoral im Sozialraum
- Wir vermitteln Kontakte zu regionalen Ansprechpartner/-innen.

Selina Säger

+++ Aktuell: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung +++ So geht es nicht! +++
Aktuell beschäftigt uns vor allem der ab 2026 bundesweit geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Bei der Umsetzung des Ganztagsfördergsetzes in Nordrhein-Westfalen legt das Land nun statt des erwarteten Ausführungsgesetzes lediglich einen Erlass vor. Dieser Erlass soll zum 1. August 2026 in Kraft treten und die Ganztags- und Betreuungsangebote in der Primarstufe regeln. Dazu gehören auch die Offene Ganztagsschule sowie weitere außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote.
Aus Sicht unseres Trägerbündnisses greift dieser Erlass viel zu kurz! Die Chance zur Beschreibung notwendiger Mindeststandards wurde vertan. Und finanziell lässt das Land die Träger im Stich! Diese unhaltbare Situation ist für uns Anlass, unsere Position eindeutig und gemeinsam zu beschreiben:
„Wir fordern die Landesregierung auf, den Kommunen die nötigen finanziellen Landesmittel für OGS bereitzustellen, um den Betrieb verlässlich aufrechterhalten zu können. Jetzt ist der Zeitpunkt, der finanziellen Not von OGS-Trägern und Kommunen entgegenzuwirken, um den weiteren - aus der großen Not hervorgegangenen - Rückbau an Qualitätsmerkmalen zu stoppen!“
Das Bündnis sucht das Gespräch mit der Landespolitik und hat seine Position u.a. dem Ministerpräsidenten, den Ausschüssen und Minister/innen für Schule und Bildung, Familie Kinder Jugend und Finanzen NRW übermittelt. Außerdem gehen die Schreiben an das Katholische Büro NRW, den Diözesancaritasverband NRW und den Landesjugendhilfeausschuss.

Das Bündnis katholischer Träger der (Offenen) Ganztagsbildung im Erzbistum Köln ist ein Zusammenschluss katholischer Träger, die die Angebote des Ganztags an Schulen verantworten. Diese Angebote an Grundschulen und in der Sekundarstufe I im Erzbistum Köln sind seit 2006 etabliert und sorgen für eine verlässliche, kind- und jugendgerechte qualitative Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Das Bündnis steht für über 36.000 Kinder in unseren Angeboten der (Offenen) Ganztagsbildung an mehr als 210 Standorte, mit rund 3.200 Mitarbeitenden.
Bei Fragen, (Beratungs-)Anliegen oder Interesse an einer Mitgliedschaft sprechen Sie uns gerne an!
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Selina Säger
Außerdem gehören zur Steuerungsgruppe
KJA Düsseldorf
Irina Adams, Fachbereichsleitung Jugendhilfe & Schule
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IN VIA Köln
Fabia Alm, Fachberatung Offener Ganztag
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Kleiner Muck
Karin Meiners, Bereichsleitung Offene Ganztagsschule
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KJA Wuppertal
Julian Prete, Fachbereichsleitung Jugendhilfe & Schule
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CJG Haus Miriam
Angelika Shams, Pädagogische Leitung
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KJA Bonn
Uwe König, Fachbereichsleitung Jugendhilfe & Schule
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Kolping Bildungswerk Köln
Stephanie Stangier, Fachliche Leitung
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Ganztag im Griff?
Die Anforderungen steigen, personelle Engpässe nehmen zu, die Rahmenbedingungen verschlechtern sich – wie pädagogische Teams den Ganztag trotzdem im Griff halten können, darum ging es bei der Jahrestagung Ganztag im November in Köln.
Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Feld der Offenen Ganztagsbetreuung im Erzbistum Köln starteten mit einem Markt der Möglichkeiten. "Gelungene Praxisbeispiele erzeugen mehr Motivation und Zuversicht als sich direkt in Problembeschreibungen zu vertiefen“, begründet Organisatorin Selina Säger vom Bereich Jugend-, Schul- & Hochschulpastoral im Erzbistum Köln den Einstieg in die Tagung. Kolleginnen und Kollegen von der Katholischen Jugendagentur Düsseldorf, der Caritas in Bonn oder vom Diözesanverband des Kolpingbildungswerk zeigten, wie sie beispielsweise durch die Umstellung von Konzepten, Mini-Fortbildungen im Team oder durch eine konsequente Nutzung des Intranets ihren immer komplexer werdenden Alltag meistern.
Mit Impulsen aus der Organisationsentwicklung ergänzte Sozialmanager und Organisationsberater Hendrik Epe von IdeeQuadrat diese wertvollen Ansätze um weitere Erkenntnisse und Möglichkeiten, die dazu beitragen können, den pädagogischen Alltag und die Strukturen des Offenen Ganztags zu entlasten. Die anschließenden Workshops zeigten Methoden und Tools auf, die vom Problemdenken zur Lösungsorientierung führen und damit Veränderungen wirksamer gestaltet werden können.
Julian Prete vom Bündnis Katholischer Träger der (offenen) Ganztagsbildung im Erzbistum Köln freut sich, dass 16 verschiedene Träger den Weg zur Jahrestagung gefunden hatten: „Das bestätigt uns in unserem Ansatz, vernetzt zu handeln und sich wirkungsvoller für politische Themen in diesem Bündnis einzusetzen!“ Das Bündnis hatte zuletzt mehrfach auf die deutlich prekäre Lage des Ganztags hingewiesen, der aus ihrer Sicht von der Politik völlig unzureichend ausgestattet ist. Vor allem mit Blick auf den bevorstehenden Rechtsanspruch auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung ab Sommer 2026.
Um so mehr zeigt sich auch Selina Säger beeindruckt vom Einsatz der Träger in der (offenen) Ganztagsbildung: „Für ihr großes Engagement und Ihren anwaltschaftlichen Blick für die Kinder unserer Gesellschaft bin ich dankbar und hoffe, dass auch politische Entscheidungsträger/innen diese Qualitätsmerkmale im Zuge des (Offenen) Ganztagsschulausbaus erkennen, wertschätzen und fördern.“
„Ein starkes Signal, ABER …“
Neue Rahmenvereinbarungen in NRW für mehr Qualität im Offenen Ganztag
Am 5. Mai 2026 wurden seitens des Landes NRW die Rahmenvereinbarungen über die Zusammenarbeit an Ganztagsschulen sowie bei Ganztags- und Betreuungsangeboten geschlossen. Zwischen den Kirchen und dem Land NRW besteht bereits seit 20 Jahren eine Rahmenvereinbarung, die nun aktualisiert wurde.
Die jetzt unterzeichneten Rahmenvereinbarungen sind ein wichtiges Bekenntnis des Landes und der Partner, den Ganztag zukunftsweisend gemeinsam gestalten zu wollen. Die Rahmenvereinbarungen stärken das erfolgreiche Trägermodell in Nordrhein-Westfalen, in dem Schulen mit Trägern der freien Kinder- und Jugendhilfe und weiteren außerschulischen Partnern kooperieren, um den Offenen Ganztag als gemeinsame Bildungseinrichtung mit einem gemeinsamen Bildungsverständnis zu entwickeln. Die Rahmenvereinbarungen dienen als Orientierung der Partner für die konkrete Arbeit und Kooperation vor Ort.
Für die katholischen Träger im Erzbistum Köln sind zwei Rahmenvereinbarungen wichtig: die Rahmenvereinbarung der (Erz-)Bistümer und der Evangelischen Landeskirche mit dem Land NRW sowie die Rahmenvereinbarung der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Land.
Für ein attraktives Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot
Gemeinsames Ziel der Partner ist es, im Offenen Ganztag an Primar- und weiterführenden Schulen ein attraktives, qualitativ hochwertiges und umfassendes Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot vorzuhalten. Zur Umsetzung nehmen konfessionelle Träger im Erzbistum Köln unterschiedliche Rollen im Ganztag wahr: sie gestalten außerunterrichtliche konfessionelle Angebote als Kooperationspartner oder sie verantworten als Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe den Offenen Ganztag in Primarschulen bzw. die außerunterrichtlichen Ganztagsangebote in weiterführenden Schulen.
Drei wesentliche Vereinbarungen werden in der gemeinsamen Rahmenvereinbarung formuliert:
- Die Ausrichtung der außerunterrichtlichen konfessionellen Angebote wird konzeptionell, inhaltlich und methodisch eigenständig durch die konfessionellen Träger (Kooperationspartner) verantwortet. In der Kooperation vor Ort werden die Wesensmerkmale (z.B. Prinzip der Freiwilligkeit) der außerunterrichtlichen konfessionellen Angebote geachtet.
- Die außerunterrichtlichen konfessionellen Angebote können im gesamten Zeitrahmen des Ganztages (auch in den Ferien) stattfinden, nach Bedarfslage und Verfügbarkeit kirchliche Räume nutzen und gelten als schulische Veranstaltungen. Dies ist besonders im Hinblick auf Versicherungsschutz relevant.
- Gemeinwohlorientierte Angebote von konfessionellen Trägern haben bei der Durchführung außerunterrichtlicher Angebote im Rahmen der rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten Vorrang. Die Entscheidung über die Auswahl der Anbieter liegt jedoch beim Träger der außerunterrichtlichen Ganztagsangebote bzw. der jeweiligen Ganztagsschule.
Darüber hinaus benennt die Rahmenvereinbarung die Merkmale konfessioneller Träger und hebt zum Beispiel die Rolle der durchführenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Vermittler religiöser Werthaltung hervor. Auch benennt die Rahmenvereinbarung geltende Vorgaben oder Besonderheiten, die sich aus der konfessionellen Zugehörigkeit der Träger ergeben (Präventionsordnung / Kirchengesetze zum Schutze vor sexualisierter Gewalt, Kirchlicher Datenschutz, Kirchliche Grundordnung).
Für konfessioneller Träger des Offenen Ganztags (Primarschule) bzw. Träger der außerunterrichtlichen Ganztagsangebote (Sek 1) ist auch die neu verhandelte Rahmenvereinbarung der LAG Freie Wohlfahrtspflege relevant. Präziser formuliert diese, dass die Beteiligten vor Ort in stadtteilbezogenen Bildungskonferenzen / Qualitätszirkeln Ganztag vertrauensvoll und konstruktiv zusammenwirken sollen und Ganztagsangebote im Rahmen der Kommunalen Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung abgestimmt werden.
„Ein starkes Signal für einen verlässlichen Ganztag, aber …“
Selina Säger als Diözesanreferentin Jugendhilfe & Schule im Generalvikariat Erzbistum Köln konstatiert: „Die gemeinsame Rahmenvereinbarung der Kirchen ist ein wichtiges gemeinsames Signal und zeigt, dass sich die langjährige Zusammenarbeit bewährt hat und die Kirchen auch zukünftig den Ganztag in NRW als Lern- und Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen verantwortungsvoll mitgestalten.“ Sie weist weiter darauf hin, dass auch „über diese Rahmenvereinbarungen hinaus in Zukunft der Dialog zwischen den Partnern zur Gestaltung der notwendigen Rahmenbedingungen und zur qualitativen Stärkung des Offenen Ganztags in NRW wichtig“ sei. Mit großer Sorge aber sieht Säger die enormen Herausforderungen, denen sich insbesondere katholische Träger angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen stellen müssen. „Wir wissen natürlich um die teils extrem angespannte Haushaltslage in den Kommunen. Hier braucht es gemeinsame zukunftsfähige Lösungen von Bund, Land und Kommunen!“
